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Schlafattacken (Narkolepsie)


Symbolfoto

Tirol - Seit Jahren beobachten die Freunde von T. sein plötzliches Einschlafen bei diversen Zusammenkünften. Diese chronische Erkrankung sei keine Seltenheit, heißt es seitens führender Mediziner. Auslöser, Krankheitsverlauf, Behandlung und Prognose erklärt Dr. Reiter (Schlafmediziner).


Jux Box: Herr Dr. Reiter, vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben. Was können Sie allgemein zu sogenannten Schlafattacken sagen?


Reiter: Diese Schlafattacken, Narkolepsie genannt, sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Egal ob beim Mittagessen, im Gasthaus oder auf der Toilette, mit dieser Erkrankung wird man vom Schlaf förmlich überrumpelt. Gefährlich wird es, wenn es zum Beispiel beim Autofahren passiert. Deshalb ist eine frühe Diagnose umso wichtiger.


Jux Box: Wie erkennt man diese Krankheit, gibt es erste Anzeichen bevor man wirklich von einer Sekunde auf die andere einschläft?


Reiter: Erste Anzeichen können Tagesschläfrigkeit oder Lustlosigkeit sein. Man sollte das aber über einige Tage beobachten.


Jux Box: Was sind die Ursachen für diese Erkrankung?


Reiter: Da ist man sich noch nicht ganz sicher, die Ursachen können also verschiedenster Natur sein. Es kann eine Autoimunerkrankung zu Grunde liegen, aber auch infektiöse Auslöser wie eine Viruserkrankung könnten eine Narkolepsie auslösen.


Jux Box: Wie sieht es mit der Behandlung aus? Welche Prognosen geben Sie Erkrankten?


Reiter: Zuerst ist es einmal wichtig die Krankheit richtig zu diagnostizieren - das heißt eine Untersuchung im Schlaflabor ist unabdinglich. Leider ist Narkolepsie noch nicht heilbar, aber behandelbar. Hierzu greifen wir zur medikamentösen Behandlung, um den Betroffenen den Alltag zu erleichtern und die Attacken zu reduzieren bzw. abzuschwächen.


Jux Box: Was können Sie abschließend den Erkrankten mitgeben?


Reiter: Wichtig ist die Krankheit frühzeitig zu erkennen. Gehen Sie zu Spezialisten, die Sie dementsprechend behandeln werden. Sprechen Sie im engsten Kreis Ihrer Liebsten darüber, das wirkt oft Wunder und kann eine Depression verhindern. Verlieren Sie auf alle Fälle nicht die Lebenslust, auch wenn es Tage geben kann, die einem nicht leicht erscheinen.



Zurück zum ursprünglichen Thema:

Wir haben mit einem Erkrankten (T.) gesprochen - er möchte gerne anonym bleiben. T. beschreibt das Auftreten der Krankheit von einem Tag auf den anderen. Bei einer Geburtstagsfeier eines Freundes im Jahr 2018, sei es ihm und seinem Umfeld das erste mal aufgefallen. Dann folgten die Attacken Schlag auf Schlag. Zu Silvester, beim Abendessen, bei Sitzungen,.... Leicht war es anfangs nicht für ihn, aber man müsse sich damit arrangieren, meinte T. im Gespräch. Mittlerweile ist T. in Behandlung und fühlt sich um einiges besser als am Anfang. Die Schlafattacken treten nur mehr selten auf, ungefähr ein bis zwei Mal im Monat. Menschen, die an der selben Krankheit leiden möchte er viel Positives mitgeben. "Es hört sich schlimmer an als es ist", so T.


Aktuelle Zahlen, wie viele Erkrankte es in Tirol bzw. Österreich gibt, liegen noch nicht vor. Wir halten Sie auf alle Fälle auf dem Laufenden.

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